16.11.15

"Wir setzen dem Hass unser Miteinander entgegen"

Der Rat der Religionen Stuttgart hat zu den Attentaten vom 13. November eine Erklärung veröffentlicht. Darin äußern die im Rat verbundenen Religionsvertreter die Sorge, dass durch die Gewalt das gesellschaftliche Klima vergiftet werden könnte. Sie werben für einen respektvollen Umgang von Menschen unterschiedlicher Religion. Diesem "Modell" gehöre die Zukunft.

Der Vorstand des Rates der Religionen Stuttgart bei der Gründung im Oktober 2015 [Foto: Kath. Stadtdekanat]

Die Erklärung des Stuttgarter Rates der Religionen im Wortlaut:

Mit Entsetzen haben wir die menschenverachtenden Terroranschläge in Paris wahrgenommen. Wir trauern um die Opfer und fühlen mit den Angehörigen und Freunden.

Wir sehen mit großer Sorge die Gewalt, die Menschen gegen Menschen ausüben. Wir sehen auch die Gefahr, dass die Terrorakte Konsequenzen für das Zusammenleben bei uns haben könnten. Wenn der Terror unter uns Zwietracht und Misstrauen sät, geht das Kalkül der Terroristen auf. Religiöse verbrämte Gewalt zerstört nicht nur die Gegenwart, sondern vergiftet auch die Zukunft.

Der Rat der Religionen verurteilt den Terror. Wir setzen diesem Hass unser Miteinander entgegen, auch über die Grenzen unserer Religionen hinweg. Ein Miteinander, in dem wir um unsere Unterschiede wissen und mit unseren Unterschieden respektvoll gute Nachbarschaft leben. Wir sind überzeugt: Diesem Modell gehört die Zukunft!

Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, aus diesem Geist des Miteinanders und der Verständigung heraus dem Hass entgegenzutreten, wo immer er ihnen begegnet.

Für den Rat der Religionen in Stuttgart
Søren Schwesig, Stadtdekan

Informationen zum Rat der Religionen Stuttgart finden Sie hier: https://ratderreligionenstuttgart.wordpress.com/